Wie hoch ist der Energiebedarf in Österreich?

Der Energiebedarf in Österreich steigt und steigt: Seit 1970 hat er sich nahezu verdoppelt. Ab dem Jahr 2000 hat sich das Energieverbrauchswachstum sogar noch beschleunigt. 2006 betrug der Energiebedarf in Österreich 1440 Petajoule (das entspricht rund 60 Temelinblöcken). Rund 80 Prozent des Energieeinsatzes werden durch fossile Energieträger wie Öl, Erdgas und Kohle gedeckt. Diese werden überwiegend importiert, die Kosten für die Energieimporte liegen zwischen 8 und 12 Milliarden Euro im Jahr.

Vor allem im Verkehr und bei der Industrie ist der Energiebedarf in den letzten Jahren massiv gestiegen. Zwar wurde die Motorentechnik der Fahrzeuge verbessert. Aber mehr Verkehr und zusätzliche technische Features wie Klimaanlagen lassen den Energieverbrauch trotzdem steigen.

Österreich einer der Top-Strom-Verbraucher in der EU
Auch beim Stromverbrauch sieht es düster aus: Österreich ist einer der stromintensivsten Staaten in Europa. Beim gesamten Pro-Kopf-Stromverbrauch lag Österreich in der EU an fünfter Position (2006). Lediglich Finnland, Schweden, Luxemburg und Belgien haben einen höheren Stromverbrauch pro Kopf als Österreich. Im letzten Jahrzehnt stieg der Stromverbrauch um rund 23 Prozent. Dies entspricht der durchschnittlichen Erzeugungskapazität aller neun österreichischer Donaukraftwerke. Seit 1990, dem Basisjahr für die Kyoto-Verpflichtungsperiode, stieg der Stromverbrauch um rund 19.000 GWh oder fast 40 Prozent.

Österreich importiert Strom
Die Elektrizität macht knapp unter 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Österreich aus. Während Österreich bis zum Jahr 2000 ein Nettoexportland war, ist Österreich nunmehr ein Nettoimportland an Elektrizität. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre (2002 bis 2006) überwog der Import den Export an Strom um rund 3.700 GWh.

Erneuerbare Energien im Sinken
Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am Gesamtverbrauch in Österreich ist stark im Sinken begriffen. Lag der Anteil an Erneuerbarer Energie beim Strom im Jahr 1997 noch bei 70 Prozent, so ist er im Jahr 2006 nur noch bei 56,6 Prozent des Stromverbrauches. Somit ist auch das für Österreich geltende Ziel der EU-Richtlinie für Elektrizität aus Erneuerbaren Energiequellen (Richtlinie 2001/77/EG) von 78,1 Prozent, bezogen auf den tatsächlichen Stromverbrauch im Jahr 2010, in weite Ferne gerückt.

Quelle: global 2000

 

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